Mantra Musik

Dienstag, 13. Februar 2018

Krähen in Otterndorf (Artikel)




Die Doppelmoral der Menschen.


Ja die gibt es auch hier.

In Otterndorf z.B. dort leben Krähen in einem Park, der liegt neben dem Wohnhaus meiner Freundin Julia und durch Julia habe ich erneut Krähen lieben gelernt.
Es geht dort laut zu ja, sie sind nun mal Vögel und sie verständigen sich unter einander. Krähen leben in Kolonien, in großen Familienverbänden. Wenn man durch den Park geht, läuft man durch ihr Wohn und Schlafzimmer. Weit über unseren Köpfen leben sie ihren Alltag und wer mag kann ihnen dabei zusehen. Mit einem Fernglas oder mit bloßen Augen. Es ist ihre Welt dort oben in den Wipfeln der Bäume und wir sind die geduldeten Gäste.

So erlebe ich den Park, wenn ich dort Spazieren gehe, komme ich mir vor wie in einer anderen Welt. Ich würde gerne ihre Sprache lernen um den Gesprächen der Vögel zu lauschen. Es ist ein Wunder, dass sie dort ihre Heimat gefunden haben. Ihr eigenes kleines Paradies.

Nur leider gibt es Menschen die sich gestört fühlen. Anwohner und vorallem der Stadtdirektor wollen die Tiere verscheuchen oder gar töten. Sie erfinden Lügen und Schauergeschichten um die Krähen in einem Hitchcock ähnlichen Vogelbild darzustellen.

Auf der Webseite; http://www.otterndorf-holzt-sich-ab.de
wird über die Krähen berichtet.
Man kann so interessantes zu den Tieren erfahren und man erfährt auch etwas über den Kleinkrieg den die Stadt Otterndorf führt um die Tiere los zu werden.

Statt die Krähenkolonie als Wunder der Natur zu bezeichnen, sieht der Stadtdirektor es als seine Pflicht an, die Tiere mit allerlei irrsinnigen Lügen als Monster darzustellen.
Nein diese Vögel haken niemanden die Augen aus, es gab bisher keinen einzigen Unfall der mit den Krähen in Zusammenhang gebracht werden konnte. Auch keine Hunde sind gefährdet, noch töten Krähen Schafe oder Kälber. Krähen sind Aasfresser und das bedeutet dass sie tote oder auch sterbende Tiere fressen und das kann auch vorkommen, dass sie in Schaaren dort erscheinen.

Die Märchen über die von Krähen getöteten Tiere halten sich jedoch und werden regelmässig über die Presse verteilt. Vogelexperten sind sich jedoch sicher, das es sich hier um Vorurteile und Irrglauben handelt. Und das die erwähnten Lämmer und Schafe bereits tot waren.

Solche Vorurteile machen auch in Otterndorf ihre Runde.
Und sie werden regelmässig am Leben gehalten um den Otterdorfer Krähen zu schaden.

Und aus dem Grund darf dieser Artikel gerne verteilt werden.

Unten findet ihr Links zu Vogelexperten und Artikeln zum Thema.

Krähen sind wundervolle und sehr intelligente Tiere, die in Otterndorf ihre Heimat gefunden haben. Man sollte sie respektieren, statt ihnen ihren Lebensraum nehmen zu wollen. Und dafür setze ich mich ein.

Jo Andarnil Schlitzkus
Autorin und Künstlerin aus Bülkau

https://schleswig-holstein.nabu.de/…/r…/konflikte/04448.html

https://schleswig-holstein.nabu.de/…/arten-und-b…/03896.html

http://www.gefaengnis-otterndorf.de/index.php

https://www.researchgate.net/publication/298343842_Die_Saatkrahe_Corvus_frugilegus_als_Brutvogel_in_Niedersachsen_-_Vorkommen_Schutz_Konflikte_und_Losungsmoglichkeiten


Bildquelle: http://www.otterndorf-holzt-sich-ab.de/images/1293357.jpg

Freitag, 9. Februar 2018

Anhaftung



"Eine Schülerin fragte ihren Meister:"Wie werden wir unsere Anhaftungen und verschiedenen Unreinheiten los?"
Der Lehrer lachte und sagte:"Eines musst du wissen - im Grunde werden wir nie etwas los. Wir brauchen nicht unsere ganzen neurotischen Tendenzen aufzugeben, müssen uns aber ihre komischen Seiten bewusst machen. Dann gehören sie einfach zum Spaß am Lebens, zum Spaß am Zusammenleben mit Anderen. Die Menschen haben alle einen Stich - und wir natürlich auch.""

(Aus: Kenneth S. Leong: Anleitung zum Glücklichsein. 100 Zengeschichten für das neue Jahrtausend.)



Die meisten Menschen kennen sich nicht, weil sie mehr aus dem Schöpfen wie andere sie wahrnehmen.. Negative wie Positive Aspekte sind letztendlich aus einer Wertung entstanden die viel mit den Einflüssen von Außen zu tun haben. Erwartungen, Erfahrungen, Vorstellungen, Illusionen zeigen letztendlich nur einen kleinen Teil von dem wie man wirklich ist.

Ich habe 50 Jahre gebraucht bis ich mich selbst erkannt habe- Heute sehe ich mich unabhängig wie andere mich wahrnehmen. Sich selbst zu akzeptieren macht jede Art von "Verändern wollen" Überflüssig. Ich verändere mich - das ist der Lauf der Dinge. Aber ich habe alle Seiten durchleuchtet und sehe mich jetzt als Ganzheitlich. Dazu gehören natürlich auch die negativen Aspekte, aber ich habe für mich verstanden, das die jeder andere Mensch auch hat. Alles was zählt ist die Entscheidung was du getan hast am Ende des Tages. Es ist egal ob du voll mit negativen Gedanken bist, wenn du diese nicht in die Tat umsetzt. Gedanken sind eben nur Gedanken.

Seit einem Jahr schreibe ich all meine Gefühle und Gedanken auf und seit dem bin ich befreiter und sanfter mit mir selbst. Ich lasse meine Gefühle und Gedanken los, ohne jemanden zu schaden. Das befreit, macht sichtbar und verhilft zu reflektieren. Und am Ende des Tages, habe ich nur geschrieben und mehr nicht...

Jemand schrieb in meiner buddhistischen Gruppe:

"Die Grundlage jeder Anhaftung ist Angst".

Dem stimme ich nicht zu,

Ich denke das ist zu einfach erklärt. Wir haften auch an Erinnerungen an, die schön sind. Daran ist keine Angst zu erkennen, das geschieht meist automatisch, indem wir von Außen getriggert werden.
Auch an postiven Ansätzen unseres Wesen haften wir an.

Anhaftung ist in menschlichen Bewusstsein zur Normalität geworden. Keiner gibt seinen Beruf auf, in dem er Anerkennung erfährt oder Wohlwollen seitens seines Chefs, Kollegen. Wir sind darauf trainiert bestimmte gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen. Schule, Ausbildung, Familie usw. Alles Anhaftungen. Die nicht aus Angst entstanden sind, sondern aus Geldungsbedürfnis, Verantwortung usw.

Der Tod als etwas unausweichliches ist eine Anhaftung aus Angst, wenn man nicht sterben will.
Oder Krankheit, Verlust usw.

Man muss hier also Unterschiede machen.

Die Angst selbst ist eine Anhaftung.

Manche Anhaftungen sind - meiner Meinung nach - nicht negativ, sondern gehören zu unserem menschlichen Bewusstsein. So die Anhaftung jemanden den man liebt zu verlieren. Liebe ist eine Anhaftung, eine sehr natürliche Anhaftung. Diese zu verlieren würde weitere Anhaftungen verhindern, die Anhaftung des Mitgefühls z.B.

Anhaftungen sind Neutral. Es ist nur wichtig wie wir damit umgehen.


Und wenn wir schon beim Anhaften sind, sogar der Buddhismus, seine Lehre ist eine Anhaftung.
Jede Art von Lehre ist eine Anhaftung...

In diesem Sinne

Namasté eure Andarnil 

Mittwoch, 17. Januar 2018

Der Alleingang der Zivilisation



Eine Freundin schrieb gerade: "Die nächsten Tage bin ich für niemanden außer für mich selbst da!“ bedeutet nicht, dass wir respektlos sind.... wir brauchen ein Dorf für uns und unsere Kinder"

Wir nennen uns Zivilisierte Menschen, weil wir selbstbewusst den Weg der Technisierten Einsamkeit gewählt haben.
In anderen Ländern wird Familie im großen Kreis gefeiert, es leben Großeltern, Tanten und Onkel zusammen auf einem Grundstück, man lebt zusammen, oft arbeitet man auch zusammen und mein erzieht die Kinder gemeinsam. Ein Krippenplatz oder ein Kindergarten ist dort nicht notwendig, denn meistens leben mehrere Kinder unterschiedlichen Alter mit mehreren Generationen unter einem Dach.

Das fehlt hier extrem.
Wir sind gescheitert an unserer Überheblichkeit und gerade wenn es um unsere Kinder geht, wird dieses Scheitern schmerzhaft bewusst.
Denn um so leben zu können, muss das Leben extrem Strukturiert werden, jede Sekunde ist vorprogrammiert und die Tagesabläufe der zivilisierten Menschen gleichen sich fast bis auf die Minute. Ein richtiger Freiraum ist da nicht möglich. Denn auch unsere freien Minuten sind strukturiert und klar abgegrenzt von unserer Individualität. Wir glauben wir würden die Welt kontrollieren, weil wir es gewöhnt sind uns selbst zu kontrollieren. Wenn Kontrolle zur Normalität wird, ist die Individualität und das unkontrollierbare anormal.

So werden Menschen die sich dem entziehen aus der Gesellschaft ausgegrenzt.

Als Shaya noch klein war, ging es mir oft so, dass ich mir eine Familie gewünscht habe, mir haben Oma und Opa, Tante und Onkel gefehlt. Leute die einfach vorbei kommen und mit anpacken: "Ich leg dir mal die Wäsche zusammen, dann kannst du dich mal hinlegen" so was.
Natürlich wäre das mit meinem Freigeist erst mal kollidiert, ich lass normalerweise niemanden an meinen Schrank außer meiner Frau. Ich hasse es wenn andere Menschen in mein Chaos einbrechen. Aber wäre ich nicht die die ich bin...
Wäre ich ein Mensch der von klein auf in einer liebevollen Familie aufgewachsen wäre, ich hätte genau das genossen.
Im Kreis von Menschen die mich lieben, hätte ich auch schlafen können, wenn der andere die Wäsche zusammen legt und gleichzeitig ein Auge auf meine geliebte Tochter wirft.

So was hat mir schon immer gefehlt, nicht erst seit dem Shaya da ist. Mir fehlte der Rückhalt einer älteren Generation.

Als ich älter wurde, wurde mir klar, das andere "Familien" nicht viel anders sind - zumindest was den Einsamkeitsfaktor betrifft. Die wenigsten Familien sind wirklich für einander da.

Die meisten gehen getrennte Wege und kaum noch jemand kann das Kind zur Oma bringen, ohne das die Oma Erwartungen hat und auf die Uhr tippt, damit klar ist wann das Kind wieder abgeholt wird. Sogar unsere ältere Generation ist im Stress und vollgestopft mit irgendwelchen Verpflichtungen und sei es nur 2x die Woche Yoga und 1x die Woche Sport.

Wir nennen das Freizeit. Aber in Wahrheit ist all das was wir tun nichts anderes als eine wohldosierte Art von Anpassung an ein System der Kontrolle.

Niemand wird mehr alt und sitzt im Lehnstuhl mit seiner Wolle auf dem Schoß ohne das irgendwer mit kritischen Augen auf dessen Geist blickt. Menschen haben Erwartungen und der Satz: "von nichts kommt nichts" geistert immer auf irgendeiner Werbetafel. Alte Leute sind heute aktiv. So aktiv das sie keine Zeit mehr für die Jugend haben. Das ist Teil unserer Gesellschaft.

Mein Traum war immer die im Lehnstuhl sitzende Oma zu sein, darüber hab ich auch in meinen Romanen geschrieben. Eine Mischung aus Rosenresli und Heidi. Ich bin was das betrifft ein Romantiker, genau so wollte ich sein für mein Kind und für meine Enkelkinder (ich hoffe immer noch, dass ich noch welche haben werde).

Ein Zurück zum Ursprünglichen. Alt werden bedeutet für mich mich zu entschleunigen. Ich brauche keine Aktion mehr um nach außen Jung und Aktiv zu wirken.
Ich hatte genug Aktivität und Stress in meinem Leben.

Was wir brauchen ist ein Dorf. Meine Freundin hat so recht.

Mein jetziges Zuhause ist noch nicht mein Endzuhause. Ich werde hier nicht sterben. Ich wünsche mir ein Zuhause mit vielen Menschen die ähnlich denken wie ich. Ein kleiner Kulturschock alter Leute die sich selbst entschleunigt haben um für die jungen Leute da zu sein, ich wünsche mir ein Haus voller Kinder die ich belesen kann, denen ich Pfannkuchen machen kann, die mir tierisch auf den Nerv gehen und die dann weiter laufen, durch die Räume zu anderen alten entschleunigten Menschen. Ich wünsche mir Ruhe in einem Miteinander.

Und das darf kein Altersheim sein, kein Heim für die Alten unter uns... es darf Familie werden...

das ist es was uns fehlt. Uns fehlt ein Dorf.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Das Ende des Blogs?



Tagebuch - philosophische Gedanken

Ich bin durch den Buddhismus aus den Buddhismus herausgewachsen... ich weiß nicht ob ich noch Buddhistin bin. Glauben stößt mich eher ab. Da gibt es nichts was mich noch mit irgendeinem Glauben verbindet. Alles was ist IST. Keine Lehre dieser Welt kann das IST erklären, man muss es fühlen. Es atmen, Es SEIN. Und wenn man ES ist - ist Es NICHTS.
Es wird bedeutungslos.


Ich habe mich oft realistisch gefühlt, doch ich habe mich noch nie so realistisch gefühlt wie jetzt in diesem Moment innerhalb dieser Bedeutungslosigkeit.

Bis heute wusste ich nicht das ich ein Nihilist bin. Ich dachte von mir das ich alles mögliche bin. Und in Wahrheit ist auch der Nihilismus nur eines von vielen Möglichkeiten innerhalb der Illusion überhaupt irgendwas zu sein.
Ich stehe mit mir selbst auf den Kriegsfuß. Das menschliche will erkannt werden und will sich erneut auf die Suche begeben um sich selbst zu verstehen.
Das Andere hat sich erkannt und lehnt jegliche Suche ab.

Es müsste mir egal sein, das Leben, das Tatsächliche, die Realität hinter dem Tatsächlichen. Aber noch ist da der Phönix der sich erneuern möchte... Eines Tages wird er endlich verbrennen....

Ich weiß diese Gedanken mögen negativ sein, aus einer Ecke des psychologischen mag es schon richtig sein, diese Empfindung. Aber das ist das wenigste was mir gerade vollkommen egal ist.

Ich weiß nicht ob ich hier noch weiter schreiben soll...
Manchmal denke ich, ich habe eigentlich alles gegeben. Jede erdenkliche Stufe meiner buddhistischen Entwicklung habe ich festgehalten. Meine Blog erzählt eine SEINS-Geschichte. Vom Werden und Vergehen.

Das Ende ist in Sicht vom Blog, vielleicht auch von mir... vielleicht löse ich mich doch eines Tages auf, wie der Phönix der zur Asche wird.

Meine Tochter meinte heute:"vielleicht gibt es Menschen damit sie die Welt zerstören und ihr Sinn ist, damit etwas Neues entstehen kann. Vielleicht eine Zuflucht für Marsianer"


Was für ein Glück ich habe Mutter zu sein. Ich bin gesegnet mit diesem Kind...




Tagebuch - Zwischenstation





Ich hätte mein Tagebuch auch: "Zwischen leben und sterben" nennen können.
Ich weiß nicht ob es anderen Menschen auch so geht. Ich habe immer mal wieder Phasen, da habe ich so dermaßen den Durchblick, dass ich mein menschliches Dasein verabscheue. Ich denke dann wirklich darüber nach mir das Leben zu nehmen. Das ist nicht das gleiche wie bei einem depressiven Menschen. Ich leide nicht unter dem Leben.
Eigentlich ist es eher das Gegenteil, Ich bin gesegnet mit Liebe, mit Menschen die mich achten, die mich berühren auf vielfältige Weise. Ich bin gesegnet und sehe gleichzeitig die Trauer, das Leid - das Leid der Lebewesen, Wut, Hass, die Schnelligkeit in der Menschen unseren wundervollen Planeten zerstören. Die Angst der Lebewesen, Hunger und Wohlstand, nebeneinander.
Ich sehe die Vielschichtigkeit in der wir leben und die Illusion mit der jeder Mensch sich umgibt.

Ich habe aus Beobachtungen erkannt, das nur wir so sind. Tiere sind anders, sie akzeptieren den IST Zustand, die Realität. Je wilder ein Tier ist, desto instinkthafter ist sein Leben.

Ich wünschte ich wäre ein Tier, ein wildes Tier ohne Beziehung zum Menschen. Ich hätte keine Bürde zu tragen, keine Verantwortung für andere Tiere. Ich würde mein Leben leben und sterben. Eingehen in die Natur aus der neues entwächst.

Ja ich denke an den Tod, daran weg zu sein. Eingeäschert und entsorgt.
Als Mensch habe ich den Sinn meines Daseins verloren.

Ich muss oft an einen Bekannten denken, ein streitbarer Zeitgenosse, der oft nicht ernst genommen wurde. Der die Welt durch seine Intelligenz wie durch eine Lupe sah und wie durch ein Stethoskop hörte. Er hat oft mit mir über den Sinn des Lebens gesprochen. Er war ein Misanthrop und als wir uns kennen lernten fühlte ich mich von ihm genervt.
Sein Tod ging mir sehr nah.
Gerade heute habe ich wieder an ihn gedacht. Er fehlt mir in dieser klaren Zeit. Ich denke er würde genau verstehen wie ich mich fühle.

Ich bin in der Zwischenzeit angekommen, eine Zeit in der das Alter mein Leben bestimmt. Alles was jetzt neu sein wird, wird mir fremd werden. In dieser Zeit gehen wir Schritt für Schritt unseres Ursprungs entgegen, wir werden noch einmal jung im Geiste für eine Weile und dann sterben wir. Es ist wie eine neue Geburt.
Mir ist diese Zeit sehr bewusst. Meine Familie weiß um meine Gedanken und Gefühle. Wir reden viel und ich bin unglaublich froh um meine Tochter, die mir ihre Sicht näher bringt, die sich gar nicht so sehr von meiner Unterscheidet.

Ihre Wahrnehmung ist so gereift und sie begegnet mir wie eine Erwachsene, wenn sie mir den Sinn des Menschlichen Daseins erklärt. Sie glaubt das der Menschen den Planeten zerstören muss, damit neues entsteht - sie glaubt, dass ist die Kraft des Universums.
Meine Frau glaubt das wir eine Art Virus sind, der existiert, um zu existieren, um sich zerstörend weiter zu entwickelt.

Ich finde diese Gedanken unglaublich bereichernd und ich bin dankbar für diese Familie, die mir einfach ebenbürtig ist. Beide sind so weise in ihrem Denken und in ihrem Sein. In solchen Momenten fühle ich mein Glück noch stärker als sonst.
Und gleichzeitig die Trauer.

Beides steht nebeneinander berührt sich gegenseitig, hält sich in Armen die so stark sind. Ich glaube diese Welt kann nur durch diese beiden so starken Gefühle existieren.

Ich bin so unendlich frei, weil ich all das fühlen kann, sehen kann. Dieses ganze Wissen unseres Universums...

Meine Frau sagte: "dir muss das alles egal sein Jo. Daraufhin solltest du arbeiten."
Sie hat recht.

Aber zur Zeit bin ich froh, dass es mir nicht egal ist. Zur Zeit bin ich froh, dass ich im Glück leide....

und - ich brauche keinen Alkohol um besoffen vom Leben zu sein...
Alles was ich brauche trage ich in mir... 



Mittwoch, 13. Dezember 2017

Tagebuch - über den Sinn des Selbst




Im Buddhistischen Sinne, also im Sinne derer die die Buddhistische Lehre verbreitet haben, ist die Überwindung des Selbst das Ziel eines jeden Buddhisten.


Wenn ich positiv über das ICH und das Selbst schreibe, bekomme ich das von irgendeinem Buddhisten sehr gerne um die Ohren gehauen und dann frage ich immer: "Warum sollte man ein Selbst überwinden, wenn es gar kein Selbst gibt" und meistens kommt dann entweder eine Art von Beleidigung oder gar nichts mehr.
Es gibt im obigen Satz zwei Widersprüche an sich über die ich heute reden möchte.


Der eine Widerspruch ist der Begriff: Überwindung. Im Buddhismus steht die Gegenwart an erster Stelle. Nur das JETZT, das HIER ist das was wichtig ist. Die Realität findet im Jetzt statt, die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht vorhanden. Wir wissen nur was wir jetzt in diesem Augenblick tun. In diesem Moment sind wir das was wir sind. Zwar ist die Vergangenheit Teil unserer Entwicklung, aber da wir nichts verändern können, noch können wir etwas dazu tun, ist die Vergangenheit für das was wir in dem Moment des Jetzt tun, nicht relevant. Wir haben jetzt die Entscheidung, alles was wir vorher getan haben zu beenden und einen neuen Weg zu gehen. Diese Entscheidung haben wir immer nur in diesem Moment des Jetzt, der im nächsten Moment wieder zur Vergangenheit gehört.


Das Überwinden von etwas zielt darauf hinaus, das wir das was wir getan haben, verändern. Nur kann man das was vorher war, nicht mehr ändern. Wir können auch nicht in die Zukunft blicken um ein Ziel das wir jetzt planen zu überwinden, oder zu besiegen. Wer sich also mit dem Begriff Überwinden identifiziert, lebt entweder in der Vergangenheit, oder in der Zukunft.
Überwinden heißt sich ein Ziel setzen, ein Ziel ist immer etwas das in der Zukunft ist. Wenn man das Ziel durchleuft, braucht man nichts mehr zu überwinden, bzw. man braucht sich kein Ziel mehr zu setzen, denn man hat das Ziel erreicht.
Im Buddhismus geht es also nicht darum ein Ziel zu erreichen. Es geht nur darum jetzt in dem Moment zu gehen, das Ziel ist dabei vollkommen gleichgültig, es kann 200 Meter weiter sein, oder zwei Jahre entfernt liegen.


Der zweite Begriff ist das Selbst, oder auch ICH. Das ICH ist eine illusion laut der Übersetzungen von Buddhas Reden. Alles was eine Illusion ist, ist nicht vorhanden. Es existiert nicht und was nicht existiert, bzw. nie existiert hat, kann auch nicht verändert werden. Die Überwindung des Selbst ist also ein Satz der im Buddhismus keinen Sinn ergibt.
Warum sollte man sich mit etwas beschäftigen, das eigentlich nie da war?


Nun könnte man hier einwenden, dass wir aber alle in der Illusion des Selbst leben und daher der Begriff des Überwindens richtig ist.


Ich wende ein:


Eine Illusion ist ein Trugbild, jeder Buddhist der sich der Lehre zugewendet hat, weiß im Laufe der Zeit, dass das ICH eine Illusion ist, weil er den Reden Buddhas Glauben schenkt. Es gibt nur wenige Buddhisten die das in Frage stellen. Die meisten versuchen im Laufe ihrer buddhistischen Ausbildung das ICH in sich selbst zu verändern, bzw. sie erhoffen sich durch Meditation und des Studiums des buddhistischen Weges zu erwachen. Die wenigsten erkennen, dass die Illusion des ICHs keine Überwindung oder Veränderung braucht, da es kein ICH gibt, ist es auch nicht wichtig überhaupt etwas in der Richtung zu unternehmen.


Es geht - meiner Meinung nach - vielmehr darum zu akzeptieren, dass wir in einer Illusion leben und das ICH nutzen um diese Illusion aufrecht zu erhalten. Man muss nichts mehr verändern, wenn man eine Tatsache akzeptiert.


Buddha selbst hat im Laufe seines Lebens mehrere Erfahrungen innerhalb der Illusion des ICHs gemacht. Er hat begriffen, das Leid Teil dieser Welt ist. Er konnte nur sein eigenes Leid erkennen und somit verändern, nicht das der anderen Menschen. Jedoch indem er sein Leid veränderte, veränderte er auch auch sich selbst. Er wurde zu einem Vorbild.
Das ist ein wichtiger Schritt, wir lernen dass wir Machtlos sind. Jede Kraft und Energie scheitert wenn es um den Tod geht. Wir müssen erkennen, dass wir den Tod nicht aufhalten können. Der Prozess des Todes ist das erste was wir akzeptieren müssen. Dieser Prozess - das Sterben lässt sich nicht aufhalten. Der Tod ist immer gegenwärtig. Natürlich kann man jetzt einwenden, dass es immer mal Möglichkeiten gab den Tod aufzuhalten, die Medizin hat hier einen großen Stellenwert. Nun dazu kann ich sagen: Wenn die Medizin verhilft das Leben eines Menschen zu verlängern - ist der Tod noch nicht anwesend gewesen. Vielleicht war der Mensch sehr nah am Sterbeprozess, aber er war praktisch noch nicht wirklich tot.


Buddha hat erkannt das sich im Leben alles um Akzeptanz dreht. In dem Moment wenn man die Dinge um einen Herum akzeptiert, hört das kämpfen auf. Man gibt sich einfach in die Hand dessen was Gegenwärtig da ist.


Und wenn man sich in dem Kreislauf des Lebens und Sterbens befindet, wird auch das ICH - die Illusion des ICHs nicht mehr wichtig, denn auch das gehört letztendlich zur Akzeptanz.


Eine Illusion ist nichts schlimmes, noch ist es etwas das man bekämpfen muss.


Die Illusion ist wie eine warme Decke die uns vor der Kälte der Realität schützt. Wäre diese Decke nicht da, gäbe es auch keine Entwicklung, denn wenn einen IST Zustand von Anfang an akzeptiert hätten, hätten wir uns als Menschen nicht weiterentwickeln können, weil jede Entwicklung auch Motivation braucht. Und Motivation setzt vorraus, das wir uns Ziele setzen.


Und genau da setzt wieder das Selbst ein.


Buddha erkannte, das alles mit einander verbunden ist. Das Selbst, ICH, die Illusion des ICHS, die Akzeptanz der Illusion und das Erwachen.
All das ist letztendlich ein und dasselbe.


Es gibt Menschen die irgendwann im Laufe ihres Lebens erkannt haben, das sie einfach nur akzeptieren müssen, die aber noch nie etwas von Erwachen gehört haben und dennoch erwacht sind.


Und es gibt Menschen die ihr Leben lang auf den Zustand des Erwachens hinarbeiten und sich selbst immer wieder beweisen müssen, dass sie nah am Erwachen sind.


Auch das ist ein Kreislauf der miteinander verbunden ist.


Das Erwachen selbst ist letztendlich nichts was wirklich wichtig ist. Das Erwachen ist nicht von belang.
Wenn es überhaupt um ein Ziel im Buddhismus gehen sollte, dann das Ziel das Leben mit all seinen Illusionen und Realitäten zu akzeptieren. Denn all das ist da um gelebt zu werden.

Das ist der Sinn des Selbst.

Namasté eure Andarnil





Bild: Webseite Alana Warlop